Da dreht man sich zwei Mal um und schon sind fünf Jahre vergangen. Am 1. September 2016 bin ich ganz offiziell in die Unternehmensgründung eingestiegen. Das die Story dieses Unternehmens so schnell und erfolgreich geschrieben werden konnte, habe ich vor allem meinen Auftraggebern zu verdanken. Sie wollten bessere Verknüpfungen in die ÖPNV-Welt erreichen, sich bei der Einführung moderner Softwaresysteme beraten lassen oder neue Technologien für Bus und Bahn beschaffen. Daher sei an dieser Stelle vor allem den Geburtshelfern gedankt!
Das Alleinstellungsmerkmal von geminiptc, nicht nur für eine Technologie oder nur beratend tätig zu sein, hat sich als zielführend herausgestellt. Immer wieder gibt es Unternehmen, die wissen möchten, wie die komplexen Softwaresysteme der ÖPNV-Unternehmen zusammenarbeiten, mit wem sie sprechen müssen, damit ihr Produkt in diese Landschaft hineinpasst. Wir konnten immer genau dann weiterhelfen, wenn es darum ging, Partner zusammen zu bekommen und innovative Lösungen zu integrieren.
Als ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit hat sich das Thema Bedarfsverkehre, beziehungsweise On-Demand herausgestellt. Ausgehend von dem Anruf eines Geschäftsführers eines Verkehrsunternehmens, der sagte: „Kay, du kennst dich doch mit Bedarfsverkehren aus und sitzt in Berlin. Schau dir doch mal bitte diese Ridepoolinganbieter an und sag uns, ob das Sinn macht.“ begann vor fünf Jahren eine Erfolgsgeschichte, die in der jüngeren Historie des ÖPNV sicherlich einmalig ist. Auf einmal haben wir, neben den klassischen Bedarfsverkehren, ein völlig neues Verkehrsangebot entstehen sehen, dessen Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist. Hier haben wir bei geminiptc sicherlich eine einmalige Expertise erlangt und begleiten eine Vielzahl dieser Projekte, sei es auf Auftraggeber- als auch auf Auftragnehmerseite.
Doch wie geht es nun weiter? Vieles hat sich verändert, einiges hat sich geschärft, andere Dinge sind in Vergessenheit geraten. Im Moment bildet sich das Thema „Neue Mobilität“, also der gesamte Komplex rund um Sharing- und Pooling-Dienste, inklusive multimodaler und intermodaler Plattformen als großes Betätigungsfeld heraus.
Das Thema Emissionsfreie Antriebe nimmt ebenfalls immer mehr Raum ein. Wie schaffen wir einen Überblick über Verbrauchsdaten und Reichweiten? Wie integrieren wir diese Antriebsarten in die klassischen Softwaresysteme? Dies sind Arbeiten, die wir immer mehr verstärkt angehen.
Dazu hat sich unter dem Dach der geminiptc eine Gemeinschaft von Beratern, Verkehrsplanern, Softwareentwicklern und Hardwarespezialisten zusammengefunden, die wir Ihnen gerne für Ihre Projekte zur Seite stellen. Auch allen meinen Partnern möchte ich an dieser Stelle für die großartige Zusammenarbeit, den Ideenaustausch und das kritische Hinterfragen von vielen Projekten danken!
Als drängendes nächstes Thema steht für die gesamte ÖPNV-Welt sicherlich die Neuorganisation der Softwarelandschaft auf dem Plan. Anbieter wie Google oder Uber sind zu ernsthaften Konkurrenten der klassischen ÖPNV-Unternehmen in Sachen Information und Betrieb erwachsen. Daher wird es unsere wichtigste Aufgabe sein, dazu ein Gegengewicht aufzubauen. Wir müssen Angebote für den Fahrgast schaffen, die mindestens auf dem Niveau der genannten Anbieter Informationen bereitstellen und attraktive Fahrtangebote zur Verfügung stellen. Dazu werden wir nicht mehr wie bisher weiterarbeiten können. Wir werden unsere Produkte wesentlich weiter entwickeln müssen, noch mehr Arbeit dort hineinstecken, damit diese attraktiver für den Fahrgast werden.
Am Ende wird die Frage beantwortet werden müssen, ob wir den ÖPNV weiterhin als Daseinsvorsorge ansehen oder als attraktive Alternative zum MIV. Ich für meinen Teil habe diese bereits beantwortet. Wenn ich nämlich kein Argument mehr finde, um in ein Auto einzusteigen, dann haben wir unser Ziel erreicht.
Danke an alle Geschäftspartner, Auftraggeber, Freunde und vor allem Malwine für die letzten fünf Jahre!
Kay Tewes