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gemeinsam gestalten.
08.02.2021

Wie kann ein ÖPNV-Unternehmen die Covid19-Impfkampagne unterstützen?

Jetzt geht’s richtig los! Überall werden Impfzentren eröffnet, die Zielgruppen eingeladen und auf einmal entstehen viele Fragen.

Da ich in der glücklichen Lage bin, sowohl für ÖPNV-Unternehmen tätig zu sein als auch in einem Impfzentrum, möchte ich hiermit die Gelegenheit nutzen und meine Erfahrungen und Ideen zu dem Thema zusammenzutragen.

Ich arbeite aktuell im Impfzentrum Messe Berlin. Dies ist gut an den ÖPNV mit Bus (ganz nah) und U- und S-Bahn (etwas weiter weg) angebunden. Jedoch wird das Angebot der Taxizentralen wesentlich besser genutzt. Es wurde seitens der Taxenzentralen mit dem Senat für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung eine Gutscheinregelung getroffen, die sehr unbürokratisch dafür Sorge trägt, dass die zu Impfenden schnell ins Impfzentrum kommen und die Taxiunternehmen dafür ein gerechtes Entgelt erhalten. Und ich denke, dass wir aus solchen unbürokratischen, einfachen und schnell umgesetzten Projekten sehr viel lernen können.

Wo können ÖPNV-Unternehmen unterstützen?

In der aktuellen Priorisierung der zu Impfenden ist es nun mal so, dass wir es oft mit Betagten und körperlich eingeschränkten Personen zu tun haben. Das bedeutet, wir haben hier einen enormen Aufwand beim Transport zu bewältigen. Dieser drückt sich in der Beförderung von Rollstühlen, Gehhilfen, aber auch in einer mangelnden Bewegungsmöglichkeit aus. Daher sind aktuell die kleinen Fahrzeuge der Taxenunternehmer sicherlich eine gute Wahl, auch wenn sie nicht so viele Personen befördern können. Das bedeutet, wenn Sie in ihrem Verkehrsgebiet Anrufsammeltaxi-Betriebe haben, Ridepooling oder Rufbus-Services, sind diese aktuell sicherlich die beste Wahl zum Transport der zu Impfenden. Aber auch Busse, die mit vielen Rollstuhlplätzen ausgestattet sind, bieten hier eine sehr gute Alternative.

Wie sind die Erfahrungen aus den Impfzentren?

Kalkulieren Sie Zeit ein! Der Transport der aktuellen Impfgruppe bedingt den Einsatz von Zeit und Ressourcen. Und fast jede Person hat auch eine Begleitperson dabei, die ebenfalls befördert werden muss. Jedoch müssen Sie auch damit rechnen, dass der Fahrer unterstützen muss beim Ein- und Aussteigen. Oder Sie planen am besten gleich eigenes Begleitpersonal ein.

Wir haben keine Zeit, große Fahrpläne zu erstellen und diese erst in die Systeme einzuspielen. In Kürze werden, wenn genug Impfstoff vorhanden ist, große Menschenmassen zu den Impfzentren wollen. Diese werden dann auch jünger und agiler sein, aber es werden halt viele. Aktuell kalkulieren wir mit mehreren Tausend Menschen je Impfzentrum pro Tag. Hier werden wir, solange die IT-Systeme noch keine Haltestelle Impfzentrum enthalten, mit viel manuellen Aufwand arbeiten müssen, Personal an den jeweiligen Haltestellen vorhalten und wir müssen damit rechnen auf Fahrgäste zu treffen, für die das Erlebnis ÖPNV neu ist, die aufgeregt sind und entsprechend gut geleitet werden müssen.

Was muss beachtet werden?

Information und Unterstützung sind das A und O in der aktuellen Lage. Die korrekte Pflege der Informationen in der Fahrplanauskunft ist sicherlich wichtig und richtig, jedoch ist die aktuelle Zielgruppe nicht die Internetaffine Jugend!

Aus unserer Erfahrung hier in Berlin kann ich nur betonen, dass die Gutscheinregelung mit den Taxiunternehmern zum großen Erfolg der Impfkampagne beigetragen hat. Daher: Sprechen Sie mit Ihrer Gesundheitsverwaltung, um hier eine schnelle und unbürokratische Regelung für die Transporte zu treffen!

Es muss schnell gehen!

Zum Start der Impfzentren muss auch der Transport geregelt sein. Natürlich werden es zu Anfang wenige Personen sein, jedoch soll und muss die Zahl rasant steigen. Und ein derartiges Wachstum kann nur der ÖPNV auffangen. Daher ist es hier unerlässlich, auch genauso schnell und unkompliziert zu reagieren.

Sie möchten Details zu einzelnen Punkten wissen? Sprechen Sie mich an: kay.tewes@geminiptc.com